Das Aquarium richtig beleuchten - So geht es!

Die richtige Beleuchtung im Aquarium

In vielen Wohnzimmern wird das Aquarium zum Blickfang. Grün und rot leuchtende Wasserpflanzen, gesunde Zierfische, sauberer Bodengrund und klares Wasser. So sollte es zumindest sein, ist es aber nicht immer. Der künstlich geschaffene Lebensraum wird immer dann zur Herausforderung, wenn er aus seinem Gleichgewicht heraus kippt. Blasse und kränkliche Pflanzen sind genau wie übermäßiger Algenwuchs ein Problem, welches auf eine falsche Beleuchtung zurückgehen kann. Dabei gibt es einige Faustregeln, die sich leicht beachten lassen.

 

Das Aquarium richtig beleuchten – zusammengefasst:

  • kein direktes Sonnenlicht
  • nur die geeignete Beleuchtung verwenden
  • für Süßwasser 7 bis 10 Stunden am Tag beleuchten
  • je nach Bepflanzung mit 10 bis 50 Lumen pro Liter arbeiten

Außerdem ist auf die Pflege der Bepflanzung zu achten. Werden lichthungrige Pflanzen überwuchert, können sie sich nicht mehr gut entwickeln. Je nach Situation werden die Pflanzen entweder zurückgeschnitten oder entfernt beziehungsweise ausgetauscht.

 

Sonnenlicht ist pures Gift

Je nach Jahreszeit und Einfallwinkel der Sonne hat das Sonnenlicht unterschiedliche Qualitäten. Verallgemeinert lässt sich feststellen, dass es generell zum Nachteil des Aquariums wirkt. An sonnigen Tagen würde sich das Wasser erwärmen sowie Sonnenlicht praktisch immer das Wachstum der Algen fördert. Aquarien dürfen deswegen nie dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt sein.

 

Leuchtmittel mit passendem Lichtbogen auswählen

Das für den Menschen sichtbare Licht ist für das Pflanzenwachstum häufig zu schwach oder unbrauchbar. Pflanzen benötigen ein Lichtspektrum mit blau und rot, wohingegen der grüne Bereich wertlos ist. Einige Pflanzen profitieren auch durch UV-Licht oder spezielle Bereiche und ändern ihren Bedarf mit der Jahreszeit. Es handelt sich um eine regelrechte Wissenschaft.

Einst waren in der Aquaristik Leuchtbalken, die sogenannten T5 und T8 Röhren der Goldstandard. Viele Fische, Schnecken und Krebse würden ohne Abdeckung nicht im Wasser bleiben. Die Fassungen für die Leuchtstoffröhren liegen in der Abdeckung, hier staut sich die Hitze. Außerdem ist der Stromverbrauch hoch und der Lichtbogen gut, aber nicht perfekt.

Die meisten Aquarianer sind wegen der Nachteile ihrer T5 und T8 Röhren wohl schon seit Jahren auf LEDs umgestiegen. Diese sparen auch deswegen Strom, da sich der benötigte Lichtbogen exakter nachbilden lässt. Außerdem können LEDs punktuell, verteilt oder mit Schwerpunkten angebracht werden. Es lassen sich sogar nach Bedarf einzelne LED-Bereiche dazuschalten.

Inzwischen sind LEDs für Aquarien ausgereift. Der höhere Preis macht sich durch den geringeren Stromverbrauch und der schöneren Pflanzen bezahlt. Wichtig bleibt, ein Qualitätsprodukt für Süßwasseraquarien zu wählen, da Billig-LEDs sich rächen können. Einige Leuchtquellen sind auch für Süß- und Meerwasser geeignet.

 

Einige Pflanzen profitieren auch durch UV-Licht oder spezielle Bereiche und ändern ihren Bedarf mit der Jahreszeit.
Einige Pflanzen profitieren auch durch UV-Licht oder spezielle Bereiche und ändern ihren Bedarf mit der Jahreszeit.

 

Die Beleuchtungsdauer

Nur während der Beleuchtungsphase kommt das Aquarium zur vollen Geltung. Gerade in Räumen, die durchgehend bewohnt werden, wäre es schön, die Beleuchtung durchlaufen zu lassen. Das ist immer ein Fehler, der den Algen zugutekommt. Werden diese zum Problem, wären bereits 10 Stunden am Tag zu viel. Sind Algen gerade kein Problem, wären 7 Stunden Beleuchtung aber die Untergrenze für einen kräftigen Pflanzenwuchs im Aquarium. Im Normalfall wäre eine Beleuchtungsdauer von 8 bis 9 Stunden kein Fehler.

Blaualgen sind der tödliche Supergau im Aquarium, wenn nicht direkt Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Es handelt sich eigentlich nicht um Algen, sondern Bakterien, die sich als Belag über sämtliche Flächen ziehen. Bei ihrer Zersetzung sondern sie toxische Stoffe ab. Auch wenn die Ursachen zu ergründen und zu beseitigen sind, geht es mit einer Dunkelkur und täglichen großen Wasserwechseln los. Die Beleuchtung bleibt dann sogar aus und eine Decke über dem Aquarium, bis diese Prozedur abgeschlossen ist. Es dauert wenigstens eine Woche, bis die Blaualgen verschwunden sind.

 

Die Stärke der Beleuchtung

Lumen ist ein Wert, um die Lichtstärke einzuschätzen. Lumen sagt deswegen aber nichts über die Qualität des Lichts aus. Hätte die Energiesparlampe im Wohnzimmer genug Lumen, würde sie sich dennoch nicht für das Aquarium eignen. Dennoch ist Lumen ein geeigneter Wert, um unter Leuchtmittel mit vergleichbarem Lichtbogen die Stärke zu vergleichen.

Für die Aquarium-Leuchtmittel wird fast immer der Lumen-Wert angegeben. Es gibt wie auch an Land Pflanzen mit geringem Lichtbedarf, die durch zu viel Licht sogar Schaden nehmen können. Dann gibt es auch solche, die besonders viel Licht benötigen. Im Aquaristik-Handel geben die Händler zu ihren Pflanzen fast immer an, wie viel Licht diese benötigen.

Mit der Beleuchtungsfläche verpufft die Beleuchtungsstärke, die deswegen in Lumen je Liter berechnet wird. Genügsame Wasserpflanzen benötigen 10 bis 20 Lumen pro Liter. Wasserpflanzen, die viel Licht benötigen, wären eher mit 50 Lumen pro Liter zu kalkulieren.

Ein Aquarium mit 100 Litern bräuchte also ein Leuchtmittel mit 1000 bis 5000 Lumen. Auch wenn genügsame Wasserpflanzen gepflegt werden, gibt es fast immer solche, die etwas mehr Licht benötigen. Auf 100 Liter wäre also eher mit 2500 bis 5000 Lumen zu kalkulieren.

 

Mit der Beleuchtungsfläche verpufft die Beleuchtungsstärke, die deswegen in Lumen je Liter berechnet wird
Mit der Beleuchtungsfläche verpufft die Beleuchtungsstärke, die deswegen in Lumen je Liter berechnet wird

 

Algen trotz der richtigen Beleuchtung?

Selbst die perfekte Beleuchtung im Aquarium kann Algenblüten nicht aufhalten, wenn andere Probleme aufkommen. Algen gedeihen häufig dann, wenn irgendetwas im Aquarium nicht mehr im Gleichgewicht ist. Es wären die Wasser- und Karbonhärte zu prüfen. Aber auch die Nährstoffe können zum Problem werden.

Zierfische scheiden zwar Nährstoffe aus, diese allein reichen den Wasserpflanzen aber nicht und fördern nur das Algenwachstum. Ein zum Zierfisch-Aquarium passender Dünger gleicht alles aus, womit die Wasserpflanzen die Nitrate aufzehren und die Algen ausbremsen.

 

Über den Autor Robert:

Für mich bleibt es wichtig, noch etwas mit den Händen zu schaffen und gelegentlich im Freien zu arbeiten. Der Garten, die Hühnerhaltung oder auch Reparaturen am Haus gehören deswegen zu meinen Hobbys. Bei schlecht Wetter oder an kurzen Wintertagen bleibe ich lieber drinnen. Kleinsäuger und die Aquaristik nehmen mich in ihren Bann.

Zugleich schreibe ich gerne, weswegen die Mitwirkung an Infoseiten wie dem aquarium-ratgeber.com naheliegend ist. Hier geht es um die artgerechte Haltung, die sich mit vitalen Tieren bezahlt macht, die jeden überzeugen werden.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert