Gehege oder Terrarium für eine Landschildkröte?

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Eine junge Schildkröte kann in einem einfachen Terrarium gehalten werden. Wenn sie größer wird, muss sie in ein Außengehege auswandern. Bis zu welcher Größe ist ein Terrarium ausreichend? Wie sollte es eingerichtet werden? Wie gestaltet man ein Gehege? Hier findest du unsere Antworten und Tipps, damit deine Schildkröte in Ruhe leben kann.

Das gemäßigte Klima in Deutschlandzwingt zu bestimmten Anpassungen, damit Schildkröten, die nicht für ein Leben in Regen und Kälte geschaffen sind, weiterhin ein fast normales Leben führen können. So müssen viele Arten außerhalb des Winterschlafs der Landschildkröten ein Terrarium einrichten, das geräumig genug ist, um die rauere Jahreszeit zu überstehen.

Schildkröten aus Nordafrika (Testudo graeca) und Furculachelys nabeulensis können in Regionen nördlich von Thüringen nicht länger als 3 bis 4 Monate im Freien überleben. Die Hermannsschildkröte hingegen kann drei Viertel des Jahres im Freien leben. Sie muss im Winter nach Hause kommen.

In jedem Fall sollten sie ein geschlossenes Gehege oder ein Terrarium für die jüngsten und kleinsten unter ihnen haben.

 

Der Unterschied zwischen einem Innengehege und einem Terrarium

Zwischen einem Innengehege und einem Terrarium gibt es keine nennenswerten Unterschiede, außer der Größe. Diese muss in einem Innengehege natürlich deutlich größer sein.

Ein Terrarium gilt als groß, wenn es mehr als 2 m lang ist. Du musst also einen ganzen Raum für die Einrichtung eines Innengeheges freimachen. Dafür braucht man Platz. Außerdem sollte dieser Raum nach Süden ausgerichtet sein, damit deine Schildkröte genügend Sonnenlicht bekommt.

 

Das Terrarium

Für wen ist es geeignet?

Es ist ideal für eine juvenile Landschildkröte. Wenn sie adoptiert wird, werden ihre ersten Jahre in diesem eher geräumigen Raum verbracht. Lass dich nicht von der Größe deiner Schildkröte bei der Adoption täuschen. Sie ist oft sehr klein, wächst aber schnell und erreicht ihre volle Größe erst mit 10 oder 15 Jahren. Du solltest dich also für ein ausreichend großes Terrarium entscheiden.

Welche Größe und welches Material?

Das Terrarium sollte mindestens einen Meter lang sein, damit deine Schildkröte mehrere Jahre darin leben kann. Es sollte mindestens 50 cm tief und etwa gleich hoch sein.

Bevorzuge ein Terrarium aus Glas, das sich seitlich öffnen lässt. Holz sollte wegen seiner Giftigkeit nicht verwendet werden. Der Boden des Terrariums sollte so beschaffen sein, dass du ihn leicht reinigen kannst. Du kannst den Boden mit Kork isolieren, was sehr gut geeignet ist.

Welches Substrat soll es sein?

Erde ist besser als Holzspäne, da diese es deiner Schildkröte nicht ermöglichen, ihre Körpertemperatur in das Substrat abzugeben. Es kommt oft vor, dass deine Schildkröte sich in die Erde eingraben muss, um Feuchtigkeit und Dunkelheit zu finden. Daher sollte die Erde mindestens 10 cm dick sein. Du kannst überall im Terrarium flache Steine auslegen, um die richtige Luftfeuchtigkeit zu erhalten.

Unverzichtbares Zubehör

  • Eine UV-Fluoreszenzröhre* (UVB für das Kalzium, UVA für die Ernährung), um den Verlust von Sonnenstrahlen durch die Terrarienscheibe zu begrenzen.
  • Eine Wasserstelle*, die sich zwischen dem heißen Punkt und der kalten Faust des Terrariums befindet. Das Wasser sollte lauwarm und nicht heiß sein. Das Wasser sollte nicht höher als bis zum Kinn deiner Schildkröte reichen.
  • Eine Heizung mithilfe einer Glühbirne, von Heizkabeln, aber auch von Heizschals.

 

Das Gehege

Eine Landschildkröte, insbesondere die Hermannsschildkröte, die in Deutschland am bekanntesten ist, muss 3-4 Monate nach ihrer Ankunft in deinem Haus draußen leben. Daher solltest du ein Gehege bauen, das ihren Bedürfnissen entspricht. Das Gehege sollte mehrere Merkmale aufweisen:

  • Das Gehege muss groß genug sein, damit sich deine Schildkröte gut bewegen kann und ähnliche Bedingungen vorfindet wie in der Wildnis. Es wird empfohlen, einer erwachsenen Schildkröte ein Gehege von mindestens 10 bis 12 m² anzubieten. Eine juvenile Schildkröte kann mit 2-3 m² zufrieden sein.
  • Eine ziemlich starke Sonneneinstrahlung.
  • Kein Gras, sondern dunkle Erde oder Pflanzenkompost, um die Wärme der Sonnenstrahlen besser aufnehmen und speichern zu können.
  • Ein Unterstand.
  • Anpflanzungen, die deiner Schildkröte Nahrung bieten: Löwenzahn, Radieschen, Rüben, Feldsalat usw.
  • Eine Wasserstelle, wie in einem Terrarium, wo deine Schildkröte baden und sich putzen kann. Vergiss nicht, das Wasser regelmäßig zu wechseln.
  • Das Gehege sollte vergittert sein, um zu verhindern, dass Raubtiere herumschleichen und dein Reptil verletzen oder gar töten. Es gibt Vögel, die Schildkröten gerne fressen, und auch Ratten können sie verletzen. Der Zaun sollte groß genug sein, damit deine Schildkröte ihn nicht überklettern kann.

Wenn du in Norddeutschland wohnst, solltest du ein Gewächshaus in Erwägung ziehen, damit deine Schildkröte auch im Winter, wenn sie Winterschlaf hält, oder im Frühling, wenn die Temperaturen noch kühl sind, draußen bleiben kann.

Idealerweise lässt du den Zaun etwa 20 cm unter die Erde, um zu verhindern, dass die Schildkröte gräbt und ausbricht.

Schildkröten, auch wenn sie Winterschlaf halten, können keine langen und hohen Minustemperaturen aushalten. Manchmal ist es besser, sie „drinnen“ überwintern zu lassen, mit kühlen, aber kontrollierten Bedingungen.

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Fazit Landschildkröten überwintern

Deine Schildkröte kann nicht zu lange in einem Terrarium verbringen, da es für sie selbst als Jungtier zu eng ist. Sie wird einen größeren Raum benötigen. Ein geschütztes, vergittertes Gehege ist ideal für sie. Es sollte alle wichtigen Utensilien für ihr Wohlbefinden enthalten (Wassernapf, Bepflanzung, dunkle Erde, Kompost, Versteckmöglichkeiten). Wenn du in Norddeutschland wohnst, solltest du ein Gewächshaus aufstellen, damit sie den Winter überstehen kann.

Einige Arten können es nicht ertragen, mehr als die Hälfte des Jahres im Freien zu verbringen. Sie sind nicht an ein gemäßigtes Klima gewöhnt. In diesem Fall solltest du ein Innengehege (so groß wie ein Zimmer) einrichten. Das Zimmergehege hat die gleichen Eigenschaften wie ein Terrarium.

 

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