Was muss ich beachten, bevor ich mir einen Hund anschaffe?

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Sie sind im Begriff, Ihr Leben zu ändern. Ja, Sie haben richtig gelesen. Glauben Sie mir, sofern Sie alle Voraussetzungen für den neuen vierbeinigen Mitbewohner mitbringen und die Hinweise befolgen, wird das neue flauschige Familienmitglied Ihr Leben und das Ihrer Familie positiv verändern.

Menschen, die nie im Besitz eines Hundes waren und mit Hunden nichts am Hut haben, können die Liebe und Freundlichkeit eines Hundes nicht verstehen. Für viele Menschen sind Hunde leider nicht mehr als Tiere, die Bürgersteine verunreinigen, Kinder beißen und schlecht riechen. Dabei meinen es die Hunde doch so gut mit uns Menschen. So verbessern Hunde nachweislich die Lebensqualität der Menschen. Mehr noch, Hunde retten sogar Leben. Ob als Lawinenhund, Rettungsschwimmer oder als „Arzthelfer“ mit dem richtigen Riecher für Krebsgeschwüre im Frühstadium. Hunde dienen dem Menschen täglich in vielerlei Hinsicht. Und sie tun das gerne. Und das schon seit Jahrhunderten. Wir Menschen sollten ihnen dafür dankbar sein und dem lieben Tier das Leben so angenehm wie möglich machen. Dann werden auch wir davon profitieren.

Dieser Beitrag vermittelt Ihnen in erster Linie das nötige Grundwissen, das Sie benötigen, wenn Sie mit dem Gedanken spielen, sich einen Hund anzuschaffen. Denn die Anschaffung eines Hundes sollte aus vielerlei Gründen gut überlegt sein.
Man kauft einen Hund nicht mal ebenso im Vorbeigehen. Ein Hund ist ein Lebewesen und hat das Recht auf ein gesundes Leben und eine gute Erziehung. So schreibt das Gesetz beispielsweise vor, dass Hunde artgerecht gehalten werden sollen. Aber es gibt noch weitaus mehr zu bedenken, um zum Hundeglück zu gelangen.

Denn die meisten Fehler werden nicht erst bei der Haltung oder der Erziehung gemacht, sondern vor allem im Vorfeld der Überlegungen zur Anschaffung sowie bei der Anschaffung bzw. dem Kauf selbst.
Zahlreiche Menschen sind sich nicht im Klaren darüber, dass ein Hund Kosten verursacht, Schmutz ins Haus bringt, regelmäßige Betreuung bzw. Aufmerksamkeit und Auslauf benötigt. Es ist unglaublich, wie viele Hundebesitzer ich schon beim Gassi gehen getroffen habe, die Ihren Hund „gefunden“ haben. Ihre Hunde wurden entweder angeleint an einen Baum vorgefunden, waren zugelaufen oder aus dem Tierheim geholt worden. Warum? Weil die Hundehalter keine Verantwortung mehr übernehmen wollten. Weil sie sich die Sache vorher nicht gut überlegt haben. Deshalb werde ich auch nicht müde, an Sie, liebe Leser, zu appellieren, sich die Anschaffung eines Hundes gründlich zu überlegen. Ich tue das in Ihrem und im Interesse der Hunde.

Sollten Sie sich jedoch für einen Hund entscheiden, seien Sie wachsam bei der Suche nach dem geeigneten Vierbeiner!
Viele gutgläubige Hundefreunde fallen auf skrupellose Hundehalter herein. Sie bezahlen viel Geld und erhalten einen kranken Hund, der hohe Kosten und unendliches Leid verursacht (Leid auch für Sie). Die Ratschläge in diesem Beitrag dienen dazu, sich vor diesen Händlern zu schützen. Gleichzeitig erhalten Sie wertvolle Tipps, wie Sie auf den richtigen Hund kommen.

 

Überlegungen vor der Anschaffung eines Hundes

Dem Einzug eines Hundes fiebert die ganze Familie mit Freude entgegen. Damit das Zusammenleben klappt, muss vieles geregelt werden. Viele Maßnahmen sollten bereits im Vorfeld getroffen werden, damit sich Erwachsene, Kinder und der Vierbeiner vom ersten Tag an aufeinander konzentrieren können.

Einen Hund kauft man nicht aus einer Laune heraus. Er ist kein Mitbringsel und erst recht kein Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenk.
Hunde sind Lebewesen mit Bedürfnissen! Sie benötigen eine artgerechte Haltung. Dazu gehört beispielsweise ein Zuhause, Erziehung (nicht nur in der Hundeschule) eine Familie, Pflege, Zuneigung u.v.m. Ein Hund sollte wie ein gleichberechtigtes Familienmitglied gesehen werden. Bevor Sie sich einen Hund anschaffen, klären Sie, ob das Umfeld für ein weiteres Familienmitglied geeignet ist. Klären Sie folgende

Fragen:
Lässt der Mietvertrag einen Hund zu? Sind die Wohnung bzw. das Haus geeignet und groß genug für einen Hund? Passt der Hund zu den übrigen Familienmitgliedern? Denken Sie in diesem Zusammenhang auch an die Hundeallergie, unter der manche Menschen leiden. Ein Hund bringt Schmutz und Haare in die Wohnung. Gelegentlich richtet ein Hund auch mal ein kleines Chaos an und bringt Unordnung ins Haus. Fragen Sie sich, ob Sie das alles in Kauf nehmen können. Seien Sie sich darüber im Klaren, dass ein Hund 10 bis 20 Jahre bei Ihnen lebt.
Bevor Sie sich einen Hund zulegen, studieren Sie die unterschiedlichen Rassemerkmale und die Charakteristika von Hunden. Überlegen Sie, welcher Rassehund bzw. welche Art von Mischlingshund zu Ihnen und Ihrer Familie passt (bei Kindern z.B. eher ein besonders kinderfreundlicher Hund wie z.B. Golden Retriever, Labrador, etc.).

Denken Sie ebenfalls über die Größe nach. Bedenken Sie in diesem Zusammenhang auch, dass Hunde entsprechenden Auslauf benötigen (nach Rasse und Größe unterschiedlich). Ein Garten allein genügt nicht.

Im Prinzip ist es egal, ob Sie in einer Etagenwohnung wohnen oder in einem Haus mit Garten. Hunde benötigen Bewegung und müssen mehrmals täglich Gassi gehen!
Ein Hund ist kein Prestigeobjekt, sondern ein verlässlicher Freund und Partner, der sehr viel Liebe und Zuneigung benötigt. Überlegen Sie, ob Sie dafür über ausreichend Zeit verfügen. Hunde benötigen neben Bewegung (geistige) Beschäftigung (z.B. Spiel, Sport in einer Hundeschule). Planen Sie mindestens 2,5 bis 3 Stunden täglich für Ihren Hund ein.
Ein Hund sollte möglichst nicht längere Zeit allein zu Hause gelassen werden. Kein Hund ist gerne allein. Am wohlsten fühlen sich Hunde, wenn Sie mit ihrem Rudel bzw. Ihren Familienmitgliedern zusammen aktiv sein können. Sollten Sie beispielsweise beruflich zu eingespannt sein und nur über sehr wenig Zeit verfügen, dann lassen Sie vom Hundekauf ab. Auch in Sachen Urlaubsplanung muss der Hund berücksichtigt werden. Im Idealfall kommt er mit (worüber er sich wohl am meisten freuen würde), oder Sie benötigen eine vernünftige Bleibe, wie z.B. eine Hundepension oder Ähnliches.
Denken Sie daran, dass sehr viele Hunde im Tierheim sehnsüchtig auf ein neues Zuhause warten. Vielleicht schauen Sie erst dort einmal vorbei. Wenn Sie sich für einen Rassehund beim Züchter entscheiden, gucken Sie nicht aufs Geld. Billige „Rassehunde“ sind oft gar keine Rassehunde, sondern entstammen einer Wildzucht. So niedlich die kleinen Welpen von unseriösen Züchtern auch aussehen, viele von ihnen sind sehr krank und haben keine hohe Lebenserwartung. Was Sie an preiswerten Anschaffungskosten bezahlen, müssen Sie später unter Umständen in mehrfacher Höhe in Tierarztkosten investieren (neben Zeitaufwand und Stress).

Darum: Geben Sie lieber mehr Geld für einen gesunden Rassehund aus! Erfahren Sie im folgenden Abschnitt, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen, wenn Sie sich einen Hund anschaffen.

 

Die Kosten

Hunde kosten Geld. Bei der Anschaffung und in der Unterhaltung.
Bei der Anschaffung eines Hundes kommt es darauf an, was für einen Hund Sie sich anschaffen möchten. Favorisieren Sie einen Rassehund oder einen Mischlingshund? Rassehunde bei einem Züchter kosten ca. 1.000,00 bis 2.000,00 Euro. Ein Mischlingshund aus dem Tierheim, kostet dagegen nur 100,00 bis 250,00 Euro.

Bei den laufenden Kosten muss man etwa mit 1.500,00 bis 2.000,00 Euro im Jahr rechnen. Diese Ausgaben entstehen durch:

  • Regelmäßige Arztkosten (Wurmkuren, Impfungen, Allgemeine Untersuchung)
  • qualitativ hochwertiges Hundefutter (speisen Sie Ihren Hund nicht mit Essensresten ab. Ein Hund benötigt eine qualitativ gute und abwechslungsreiche Küche)
  • Leckerlis (z.B. Schweineohren, Knochen, Kaustreifen, kleine Hundekuchen, etc.)
  • Hundeschule / Welpenschule (Vergleichen Sie die Preise! Eine teure Hundeschule muss nicht die Beste sein.)
  • Hundesteuer (in jeder Gemeinde unterschiedlich)
  • Hundeversicherung / Hundehaftpflicht (ab ca. 40,00 Euro / Jahr)

 

Sollte Ihr Hund Opfer eines Unfalls werden oder (schwer) erkranken, können die Tierarztkosten explosionsartig in die Höhe steigen. Bedenken Sie, dass diese Kosten dann zusätzlich anfallen. Operationen und aufwändige Untersuchungen können schnell mehrere tausend Euro kosten. Es gibt Hundekrankenversicherungen, bei denen Sie sich dagegen absichern können. Eine Hundekrankenversicherung erhöht jedoch die regelmäßigen Kosten immens.

 

Ausstattung für den Hund

Die Ausstattung des Hundes wird im Vorfeld angeschafft. Die Kinder dürfen natürlich mitentscheiden, welche Farbe das Hundekörbchen haben soll. Wichtig ist, dass es zur Größe des Vierbeiners passt und sich leicht reinigen lässt. Hochwertige Bezüge lassen sich in der Maschine waschen oder sind wasserbeständig. Weiterhin benötigt der Hund einen Futternapf, einen Wassernapf sowie Kauartikel. Die Leine, das Halsband beziehungsweise das Hundegeschirr werden passgenau gekauft, denn sie dürfen weder so weit sein, dass der Hund herausschlüpft und auch nicht drücken. Spielzeug können die Kinder selbst basteln. Beispielsweise zerschneiden sie ein Baumwolltuch in drei gleich breite Streifen und flechten diese zum Zopf. Der eignet sich hervorragend zum Zerren und Apportieren.

 

Versicherung

Ebenfalls im Vorfeld sollte ein Versicherungsvergleich durchgeführt werden. Wichtig ist eine Haftpflichtversicherung, die in einigen Bundesländern vorgeschrieben ist. Doch auch sonst ist sie unbedingt zu empfehlen. Sie tritt ein, wenn der Hund jemanden verletzt oder bei anderen einen Schaden anrichtet.

Ob eine Krankenversicherung und eine OP-Versicherung sinnvoll sind, hängt unter anderem von der Rasse, dem aktuellen Gesundheitszustand des Hundes sowie von seinem Alter ab. Vor dem Abschluss des Vertrags sollte unbedingt das Kleingedruckte gelesen werden. Hinsichtlich der Ausschlüsse unterscheiden sich die Anbieter deutlich.

 

Steuerliche Anmeldung

Die steuerliche Anmeldung des Hundes erfolgt direkt nach seinem Einzug in die Familie. Zuständig ist das örtliche Ordnungsamt, das alsbald einen Steuerbescheid übersenden wird. Wird die Anmeldung unterlassen, kann es richtig teuer werden. Ebenso erlässt das Ordnungsamt Bußgeldbescheide, wenn der Hundehalter die Hinterlassenschaften seines Vierbeiners nicht von öffentlichen Plätzen beseitigt. Also unbedingt Hundekotbeutel zum Spaziergang mitnehmen und benutzen!

 

Futter für den neuen Hund

Wird der Hund als Welpe angeschafft, gibt der Züchter das passende Futter für die nächsten Tage mit. Dieses sollte in den nächsten zwei bis drei Wochen nicht gewechselt werden. Das Immunsystem des Welpen ist damit beschäftigt, sich an die neue Umgebung anzupassen. Da wäre eine Futterumstellung eine zusätzliche Belastung. Holt sich die Familie einen erwachsenen Hund ins Haus, fragt sie den Verkäufer nach der bisher verfütterten Marke und besorgt sie, bevor der Vierbeiner einzieht. Wer mit der Zusammensetzung nicht zufrieden ist, kann nach etwa zwei Wochen Eingewöhnungszeit umstellen. Wichtig ist nicht, dass das Futter als besonders gut verträglich beworben wird, sondern dass die Zusammensetzung artgerecht ist. Das bedeutet, Konservierungsstoffe und chemische Zusätze sollten ebenso wenig vorhanden sein wie Mittel, mit denen sich Hundefutter strecken lässt. Dazu zählen beispielsweise Rübenschnitzel und Getreide. Ein hoher Fleischanteil, bei dem sich alle Bestandteile nachvollziehen lassen, macht das Hundefutter hochwertig.

 

Abholung

Damit der erste Tag im neuen Zuhause für den Hund nicht zu stressig wird, holen ihn höchstens zwei Familienmitglieder ab. Eine Decke mit dem vertrauten Geruch vom alten Heim macht den Abschied leichter. Im Auto ist der Vierbeiner zu sichern. Eine ihn kraulende Hand beruhigt ihn, so dass er das die Mutter und die Geschwistern weniger vermisst. Zu Hause angekommen soll sich der Hund im Freien lösen. Dazu bleibt er an der Leine und wird gelobt, wenn er sein Pfützchen gemacht hat. So lernt er von Beginn an, dass er sein Geschäft nicht in der Wohnung zu verrichten hat. Am Training der Stubenreinheit wird fortan gearbeitet.

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Regeln aufstellen

Bereits vor dem Einzug des Hundes setzt sich die Familie zusammen und erstellt die Regeln für den Umgang mit dem Hund. Geklärt werden muss, wo sein Platz ist, was erlaubt und was verboten ist, wer wann mit ihm spazieren geht und welche Kommandos künftig genutzt werden. Einen Namen braucht das neue Familienmitglied natürlich auch. Entscheiden dürfen hierüber die Kinder. Nur wenn sich alle Familienmitglieder einig sind, funktioniert das Zusammenleben mit dem Vierbeiner. Wer die Regeln einmal bricht, braucht sich nicht wundern, wenn der Vierbeiner irritiert reagiert und später nicht hört.

 

Sein Platz ist für Kinder tabu

Genauso wie Kinder das Kinderzimmer für sich beanspruchen, steht dem Hund ein Rückzugsort zur Verfügung, der nur für ihn gedacht ist. Dies ist sein Körbchen, in das sich die Kinder auch nicht zum Spielen mit dem Hund setzen dürfen. Am besten steht es an einem ruhigen Platz, der dem Hund eine gute Aussicht auf das Geschehen bietet. Er muss frei von Zugluft sein, damit sich der Hund nicht erkältet. In diesem Zusammenhang sollten Kinder außerdem darauf hingewiesen werden, dass der Hund kein Spielzeug ist, sondern ein Lebewesen, das Freude und Schmerz empfindet. Der Umgang mit der Fellnase muss besonnen und sanft sein. Auch aus Spaß darf das Tier weder am Schwanz noch an den Ohren gezogen werden. Zum Schluss noch ein Hinweis: Bei Kindern und Hunden kommt es gelegentlich zu Missverständnissen in der Kommunikation. Sie sollten daher nie unbeaufsichtigt zusammen bleiben.

 

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