Wie kommunizieren Hunde?

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Wie kommunizieren Hunde?: Zwischen Hunden und W√∂lfen liegen mittlerweile Welten, dennoch gibt es auf Grund ihrer Geschichte immer noch einige Parallelen in Bezug auf Verhalten und Bed√ľrfnisse. Um das Fortbestehen der Art zu gew√§hrleisten leben W√∂lfe im Rudel. Dieses Rudel unterliegt einer, zwar wandelbaren, aber ansonsten strikten Hierarchie mit festen Regeln. Hunde sind ebenfalls obligat sozial und ben√∂tigen eine Rang- und Verhaltensordnung. Gibt es diese nicht, f√ľhrt das zu Streitigkeiten um z.B. Futter oder Schlafpl√§tze. Und Streitigkeiten k√∂nnen zu Verletzungen f√ľhren. F√ľr ein harmonisches miteinander braucht es also klare Linien.

 

Die Beziehung zwischen Hund und Halter

Die Frage nach dem „Wie kommunizieren Hunde?“ beginnt bereits bei der Beziehung zwischen Hund und Halter. Ging man vor einiger Zeit noch davon aus, dass die Rangordnung innerhalb eines Rudels durch blo√üe k√∂rperliche St√§rke gebildet wurde, ist mittlerweile klar, dass der Faktor ‚Äěsoziale Kompetenz‚Äú einen beachtlichen Anteil der Struktur ausmacht.

Die soziale Kompetenz erlernen Welpen von der Mutter, im Umgang mit ihren Geschwistern und anderen Rudelmitgliedern. Die Einhaltung von Regeln, Benehmen und Ritualen gew√§hrt ein reibungsloses Zusammenleben und sorgt damit f√ľr das √úberleben des Rudels und des Einzelnen.

Auch wir Menschen halten uns an die Regeln der Gesellschaft, wer das nicht tut, wird ausgeschlossen. Dazu geh√∂rt nicht nur das Eigentum anderer Leute zu respektieren, sondern auch so banale Regeln, wie H√∂flichkeit und P√ľnktlichkeit. Ohne diese, teils ungeschriebenen Gesetze, w√§re das Leben im sozialen Verband f√ľr uns nicht m√∂glich.

Und obwohl das Grundprinzip der Verhaltensordnung bei Hund und Mensch gleich ist, gibt es in der Verst√§ndigung zwischen uns massive Probleme. Der Hund lernt uns ‚Äězu lesen‚Äú und wir lernen, den Hund ‚Äězu lesen‚Äú. Erst wenn wir die Sprache des jeweils anderen verstehen, k√∂nnen wir auf Augenh√∂he miteinander kommunizieren und die Basis bilden.

F√ľr die Kommunikation nutzen Hunde verschiedene K√∂rperteile und Sinnesorgane. Durch die K√∂rpersprache, das Geh√∂r, die Augen, den Geruchs- und den Geschmackssinn tauschen Sender und Empf√§nger Informationen aus. Die Veranlagung f√ľr diese Art der Kommunikation ist sowohl dem Hund als auch dem Menschen angeboren. Erfahrungen und Training sorgen f√ľr die Entwicklung dieser F√§higkeit.

Leider entstehen durch die Übertragung von menschlicher Psychologie und Verhaltensweisen auf den Hund oft Missverständnisse. Wer die Beziehung zu seinem Hund verbessern möchte, muss lernen diese fehlerhafte Kommunikation einzustellen und den Hund zu verstehen.

 

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Wie kommunizieren Hunde? Die Körpersprache

Auch beim Kenntnisstand der Gef√ľhle musste vermeintliches Wissen revidiert werden. Man fand heraus, dass das Gehirn des Hundes, dem des Menschen sehr √§hnlich ist. Auch die Bereiche im Gehirn, die f√ľr Gef√ľhle verantwortlich sind weisen √úbereinstimmungen auf. Dachte man vor einigen Jahren noch, dass Hunde nicht in der Lage w√§ren zu f√ľhlen, ist man sich heute sicher, dass Hunde Emotionen wie Angst, Freude, Trauer und Wut kennen. Auch einige andere Gef√ľhle wie Misstrauen und Zur√ľckhaltung empfinden Hunde nachweislich. Schuld und Scham wiederum, z√§hlt zu den Gef√ľhlen, die in den Hund ‚Äěhineininterpretiert‚Äú werden. Der Hund ist sich nicht im Klaren dar√ľber, das sein Verhalten falsch war, sondern lediglich, dass dieses Fehlverhalten eine Strafe als Konsequenz nach sich zieht. Demnach zeigen die geduckte Haltung und der gepeinigte Blick nicht etwa Schuld an, sondern Angst vor der Strafe.

 

Hunde werden in ihrer emotionalen Entwicklung mit einem etwa 2 bis 3-jährigen Kind gleichgesetzt.

 

Doch auch Mimik, Körperhaltung und die Bewegung spielen bei der Kommunikation eine entscheidende Rolle. Hat ein Hund etwa Angst, duckt er sich nicht nur weg und zieht seinen Schwanz ein. Die Ohren sind angelegt, der Blick abgewandt, die Pupillen geweitet, der Mundwinkel leicht nach oben gezogen. Und auch die Bewegung spricht Bände. Langsame Bewegungen wie in Zeitlupe, vorsichtig und zaghaft, manchmal begleitet von einem Zittern.

Zum Repertoire der Signale geh√∂ren nicht nur die typischen aggressiven Geb√§rden und deren Variante in aktiv und passiv, sowie ein selbstsicheres Auftreten, sondern auch Beschwichtigungssignale. Wie der Name schon sagt, ist ihre Aufgabe den Gegen√ľber zu beschwichtigen, zu beruhigen.

Aufgrund von körperlichen Anpassungen in der Zucht haben einige Hunderassen nur noch eigeschränkte Möglichkeiten zur Kommunikation. Andere dagegen werden wegen ihrer Körpermerkmale von ihren Artgenossen missverstanden.

Nimmt man als Beispiel eine Olde English Bulldogge, so muss sich sowohl Mensch als auch Hund die Frage stellen, wann das Zeigen der Z√§hne eine Drohgeb√§rde darstellt, und wann es einfach nur der Anblick einer k√∂rperlich angez√ľchteten Anomalie ist. Auch die Franz√∂sische Bulldogge kann durchaus missverstanden werden. Ihre breiten, nach vorne gelagerten Schultern signalisieren dem Gegen√ľber ‚ÄěAchtung!‚Äú, diese Haltung ist aber angez√ľchtet. In Kombination mit dem typischen R√∂cheln, dass als Knurren missverstanden werden kann, macht es diese Rasse des √Ėfteren zu ‚ÄěOpfern‚Äú anderer Hunde. Und wie bitte sch√∂n, soll der entgegenkommende Hund beim Bobtail erkennen, dass er seine Ohren √§ngstlich zur√ľckgelegt hat? Sie verschwinden bei all dem Fell. Und so mancher Yorkshire Terrier kann ohne Haarspange nicht einmal sehen, was nur wenige Zentimeter vor seiner Nase geschieht. Wie soll er da bitte die Signale eines anderen Lebewesens wahrnehmen?

 

Hunde denken anders als Menschen. Das muss der Mensch begreifen. Jede Handlung, muss er aus der Sicht des Vierbeiners betrachten, danach urteilen und selbst handeln.

 

Viele Hundetrainer greifen daf√ľr auf die Sprache der Hunde zur√ľck, indem sie beispielsweise einen Hund, der sich schlecht benimmt, anknuffen. Ein rangh√∂herer Hund w√ľrde es genauso machen.

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Hunde wiederum lernen auch die Sprache der Menschen. Sie lernen nicht nur eine beträchtliche Anzahl an Begriffen und der Bedeutung, sie sprechen auch verbal mit uns. Wenn wir auf ihre Non-Verbale-Kommunikation nicht so reagieren, wie sie es erwarten, fordern sie uns mit Jaulen und Quietschen auf. Manchmal geht das so weit, dass sie Laute von uns imitieren. Auch unsere geheimen Codes in unserem Verhalten dechiffrieren Hunde schnell. Weiß unser geliebter Vierbeiner doch schon anhand der Schuhe die wir wählen, das es gleich raus geht. Oder das Action angesagt ist, weil unsere dreijährige Nichte zu Besuch kommt, nur weil wir die zerbrechliche Bodenvase wegräumen.

Die Kommunikation zwischen Hund und Halter ist ein schwieriges, aber nicht unl√∂sbares Thema. Mit √úbung und Geduld, und vielleicht auch dem Training in einer Hundeschule, lernen beide Seiten die Sprache des anderen zu lesen und miteinander zu kommunizieren. Hund und Halter, die sich so gut untereinander verst√§ndigen k√∂nnen, sind wunderbare und entspannte Teams. Und dann stellt sich die Frage „Wie kommunizieren Hunde?“ gar nicht mehr.

 

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